Masse und Social Media

Masse und Social Media
Der Erfolg von Social Media hängt unter anderem damit zusammen, dass sie der anonymen Masse im Internet ein Gesicht verliehen haben. Indem die Nutzer von Social Media selber publizieren, zeigen sie Profil. Nicht von ungefähr spricht der Soziologe und Medientheoretiker Manuel Castells mit Blick auf das Web 2.0 von der sogenannten Massenselbstkommunikation. Der Ausdruck ist gewollt mehrdeutig: Das Internet ist ein Medium für die Massenkommunikation und gleic

E-Demokratie: Anspruch und Wirklichkeit

E-Demokratie: Anspruch und Wirklichkeit
Anfang Juni 2011 hat die Bundeskanzlei (BK) einen Bericht zum Thema «E-Demokratie und E-Partizipation» veröffentlicht. Der zuhanden des Bundesrats verfasste Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Ansprüche, welche die Administration und die Zivilgesellschaft an die Demokratie im Zeitalter des Internets stellen. Er zeigt mit Blick auf die realen Verhältnisse aber auch auf, dass ein fester Gestaltungswille für eine konsistente Netzpolitik in der S

Brauchen Parteien Social-Media-Guidelines?

Brauchen Parteien Social-Media-Guidelines?
Bei meinen Recherchen zum Thema Social-Media-Guidelines bin ich auf die Website der Evangelischen Volkspartei (EVP) aufmerksam geworden. Auf der Website bietet die Partei einerseits einen Einstieg ins Thema Social-Media und andererseits bietet sie für ihre Mitglieder mit einem Social-Media-Leitfaden und einer Social-Media-Policy Orientierung für den Einsatz von Facebook, Twitter usw. Brauchen Parteien wirklich Social-Media-Guidelines? Mit Blick auf die Eid

Social Media im Wahlkampf

Social Media im Wahlkampf
In Nordafrika vernetzen sich unzufriedene Bürger mit Computern und Mobiltelefonen. Sie tauschen unzensierte Fotos, Videos und Informationen via Facebook und Twitter. Und sie mobilisieren. Sie mobilisieren so lange, bis Autokraten abdanken müssen, die während Jahrzehnten mit willkürlicher Androhung und Anwendung von Gewalt geherrscht haben. Wissen ist Macht. Wenn sich Wissen in der Öffentlichkeit effizient verbreitet und wenn sich die von willkürlichen Ents

Drei Trends für die Parlamentswahlen 2011

Drei Trends für die Parlamentswahlen 2011
Nun ist sie da, die alle vier Jahre wiederkehrende Aufgeregtheit vor den eidgenössischen Parlamentswahlen. Die Kandidatinnen und Kandidaten gehen bald auf Stimmenfang. Die traditionellen Medien inszenieren ein Politspektakel. Und die Prognosen von Politexpertinnen und Politexperten feiern Hochkonjunktur. Alles wie gehabt … Alles wie gehabt? In diesem Wahljahr gilt es, drei Trends im Auge zu behalten: Erstens verändern sich die Konfliktlinien, an denen sich

Die Form der Unruhe

Die Form der Unruhe
Zugegeben: Das anzuzeigende Büchlein Die Form der Unruhe von Tina Piazzi und Stefan M. Seydel ist nicht ganz einfach zu erfassen und zu begreifen. An der Oberfläche verspricht es, ein Kommentar zum «Umgang mit Informationen unter den Bedingungen von Computer» zu sein. Unter der Oberfläche steckt aber mehr dahinter. Nach meiner Lesart handelt es sich bei diesem Büchlein um eine Dialektik der Medien. Warum eine Dialektik der Medien? Wir kennen zwei grosse

Was ist flüssige Demokratie?

Was ist flüssige Demokratie?
Seit geraumer Zeit ist im Internet von der sogenannt flüssigen Demokratie («liquid democracy») die Rede. Doch was bedeutet dieser Begriff überhaupt? Soweit ich das Konzept der flüssigen Demokratie überschaue, kombiniert es Elemente der repräsentativen Demokratie mit solchen der direkten Demokratie. Hinzu kommen Elemente der deliberativen Demokratie, deren diskursorientierte und prozeduralistischen Eigenheiten mit modernen Informationstechnologien unterstüt

Das Schweizer Parlament auf Facebook

Das Schweizer Parlament auf Facebook
Demokratie bedeutet mehr, als dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die Volksvertreterinnen und Volksvertreter ihre Hände hochhalten, sodass eine politische Mehrheit ermittelt werden kann. Rationale Mehrheitsentscheidungen verlangen nach einem vorangehenden öffentlichen Diskurs, in dem die unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen des Zusammenlebens sorgfältig abgewägt werden. Die Bundesverfassung schreibt denn auch gemäss Artikel 158 die «Öffentlichkeit

Piratenpartei Schweiz – wohin segelt die neue Bewegung?

Piratenpartei Schweiz – wohin segelt die neue Bewegung?
In der modernen Schweiz haben sich die etablierten Volksparteien entlang vier historischer Konfliktlinien gebildet. Dazu gehören die Konflikte zwischen Kirche und Staat, Zentrum und Peripherie, Stadt und Land sowie Kapital und Arbeit. Die etablierten Parteien reiben sich nach wie vor an diesen Konflikten. Doch ist in den letzten zwei Dekaden Bewegung in die Parteienlandschaft gekommen. Dies hat mitunter damit zu tun, dass wir uns gegenwärtig in einem Trans

Georg Kohler über Gemeinsinn

Georg Kohler über Gemeinsinn
Ein kluges Büchlein ist anzuzeigen. In der Reihe «Die neue Polis» vom «Verlag Neue Zürcher Zeitung» stellt Georg Kohler, Professor für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der politischen Philosophie an der Universität Zürich, unaufgeregte Reflexionen über die aktuelle Befindlichkeit der Schweiz an. Unter dem Titel «Bürgertugend und Willensnation – Über den Gemeinsinn und die Schweiz» macht er eine Zeitdiagnose aus einer theoretisch-argumentativen u